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Schäfer-Raunacht in Mais

Mais / Amerang. Interessiert verfolgten 500 Schafe das merkwürdige Treiben vor und in ihrem Stall am Abend des 30. Dezember und blökten immer wieder lautstark dazwischen. Fackeln und Windlichter säumten bei dichtem Schneetreiben den Weg zur Schäferei Fröwis im Ameranger Ortsteil Mais. Hierhin hatte die Schafhaltervereinigung Rosenheim wieder zu einer Raunacht eingeladen.

Empfangen wurden die zahlreichen Besucher von den Auviertler Bläsern und den Soyener Jagdhornbläsern, die ihre Dreiklänge gekonnt in die Schneeluft stießen und keine Töne einfrieren ließen. „Bei unserer Raunacht geht es um echtes und uraltes bayerisches Brauchtum, das wir lebendig erhalten wollen“, sagte Werner Fröwis bei seiner Begrüßung. Einfühlsam und nachdenklich führten Rita Fröwis und Hans Felsner in ihren begleitenden Texten in die Tradition der Raunächte ein und ließen die bedrohlichen Erinnerungen und Erfahrungen dieser kalten Nächte ebenso aufleuchten wie die religiöse Einbettung der Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. Als kleines „Gschichterl“ hatten sie heuer eine Erzählung über den „wuiden Jager“ bei Schnaitsee eingebaut. Dass die Perchten aus Kirchseeon keine angsteinflößenden und gewalttätigen Gesellen sind, das bewiesen sie mit ihren mitreißenden rhythmischen Tänzen und Sprechchören, begleitet von Trommeln und Schellenbäumen. Im Blick auf das neue Jahr halfen sie, die bösen Geister bei den Besuchern inwendig und auswendig zu vertreiben und riefen schließlich: „Caspar, Melchior und Balthasar – wir wünschen euch ein g´segnet´s Jahr!“ Bei Glühwein, Lammchilis und Grillwürsten wärmten sich die Besucher anschließend im Schafstall auf, und auch die anwesenden Lämmer im Stall hatten nichts gegen Blasmusik und Gemütlichkeit. Inzwischen sind alle vierbeinigen Besitzer wieder in den Schafstall eingezogen.