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Landschaftspfleger, die Fleisch, Wolle und Milch liefern

 Ausstellung der Schafhaltervereinigung Rosenheim im Bauernhausmuseum Amerang

Amerang. Die Schafhaltervereinigung Rosenheim führt alle drei Jahre in einer Ausstellung Böcke, Muttertiere und Lämmer der Schafrassen vor, die im Landkreis Rosenheim gehalten werden. Die Schafhalter wollen zeigen, welche Vielfalt es hier gibt, und der Öffentlichkeit bewusst machen, wie wichtig Schafe für den Erhalt der die Region prägenden Kulturlandschaft sind. „Schafe sind Landschaftspfleger, die Fleisch, Wolle und Milch liefern“, bringt es Werner Fröwis, der Vorsitzende der Schafhaltervereinigung Rosenheim, auf den Punkt. Deswegen hofft er, dass die Ausstellung auch eine Anregung ist für den einen oder anderen Besucher, sich Schafe anzuschaffen. Auf einer Tafel wird beispielsweise informiert, wie viel Grund man für einige Schafe braucht. Denn die Schafe in Deutschland werden weniger, auch in Bayern, wo es immerhin noch rund 250000 Mutterschafe gibt, aber in den letzten Jahren sind es 30000 weniger geworden.

Das Bauernhausmuseum Amerang erwies sich auch in diesem Jahr wieder als äußerst passender Ort zur Vorführung dieses wichtigen Teils der bayerischen Agrarkultur, denn mit den alten Bauernhäusern und Werkstattgebäuden im Hintergrund fiel es den Besuchern leicht sich vorzustellen, dass jahrhundertelang Schafe zu einem Bauernhof dazugehörten und wandernde Schafherden zum Landschaftsbild.

Der informativste Teil der Veranstaltung war die Vorstellung der im Landkreis Rosenheim am meisten verbreiteten Schafrassen durch Max Wagenpfeil, Fachberater für Schafhaltung beim Landwirtschaftsamt Ebersberg. Denn die typischen Charaktereigenschaften und Vorzüge einer Rasse bestimmen beispielsweise, ob man eher das Fleisch oder eher die Wolle verwerten kann, ob man eine Koppel braucht oder ob man die Tiere in großen Herden von Weide zu Weide ziehen lassen kann. So sind die meisten Schafe in Bayern Merino-Landschafe, denn sie bringen viel Fleisch und feine Wolle und haben viele Lämmer das ganze Jahr über und die Mütter kümmern sich vorbildlich um ihre Lämmer. Geht es dem Schafhalter mehr ums Fleisch, bringen ihm Texel-Schafe oder Schwarzköpfige Fleischschafe größeren Ertrag. Daneben gibt es verschiedene Bergschafrassen, wie der Name besagt, kann man die auch in Gegenden mit rauerem Klima und mehr Regen halten, weil das Wasser auf ihrem Fell mit dem Scheitel am Rücken besser abperlt.

Schließlich erfuhren die Besucher auch noch, wie man an die Wolle des Schafes kommt, denn mehrmals an diesem Tag setzte Robert Hagenrainer seine Schermaschine in Gang und einige Schafe traten mit kurzen Haaren den Heimweg an.